Jetzt ist alles vorbei! Einen ganzen Monat lang haben wir die besten Fußballspiele gesehen, die die Welt zu bieten hat, und jetzt wird es wieder Zeit zu einem normalen Leben zurückzukehren - wie auch immer das aussehen mag. Falls Du es genauso machen willst wie wir, dann hörst Du Dir einfach die heißesten Neuerscheinungen an - aber womit fängt man nach einer Auszeit am Besten an? Wir würden vorschlagen: einfach gleich hier, mit einer neuen Runde großartiger Musik bei AUPEO!

Janelle Monáe - The ArchAndroid
Auf dieses Album warten wir jetzt schon seit geraumer Zeit - da können sich die Amerikaner glücklich schätzen, denn auf der anderen Seite des Wassers gab es mal wieder ein früheres Release-Datum. Aber jetzt haben wir es ja auch, besser spät als nie, oder? Wir sind große Fans von konzeptionellen Arbeiten und The ArchAndroid ist mit Sicherheit ein sehr interessantes Konzept - das Folgealbum ihrer Debüt-EP Metropolis - Suite I (The Chase) - Suites II und III kann man auf dem neuen Album finden. Kurz gesagt, es ist eine Geschichte über die fiktive Androidin Cindy Mayweather, die in die Vergangenheit geschickt wird, um die Bürger von “Metropolis” zu emanzipieren und sich zur Wehr zu setzen gegen die nach Orwell klingende ‘Great Divide’ - einer geheimen Gesellschaft, die Zeitreisen nutzt, um Freiheit und Liebe zu unterdrücken. Wenn das für Dich jetzt nach dem Vorbild einiger afro-futuristischer Künstler der Vergangenheit klingt (Sun Ra, Parliament, Funkadelic etc.), dann bist Du konzeptionell auf dem richtigen Weg, wenn auch in einem modernisierten Kontext, musikalisch gesehen. Monae benutzt Elemente aus dem Funk, Soul und R&B neben modernen Stilrichtungen wie psychedelischer Hip Hop, Electro-Pop usw. Das Album ist vielseitig, kraftvoll, nachdenklich, interessant, einfallsreich und es enthält eine Botschaft: wie aktuell der Kampf zwischen denen die besitzen und denen die nichts besitzen heute ist - genau wie eh und je - für alle, die sich in irgendeiner Weise in der Minderheit befinden. Sehr zu empfehlen.

Enrique Iglesias - Euphoria
Der in Madrid geborene Enrique Miguel Iglesias Preysler besetzt die seltene Position, sowohl extrem beliebt in der englisch-sprechenden Welt als auch in den Ländern seiner Muttersprache Spanisch zu sein. Allein aus ökonomischer Sicht, ist das ein riesiges Potenzial an Fans und daher auch kein Wunder, dass er bisher über 55 Millionen Platten verkauft hat. Euphoria (das neunte Studioalbum von Iglesias) ist ein zweisprachiges Album und verfügt über die Créme de la Créme aus beiden Welten - von amerikanischen R&B Künstlern wie Akon und Ex-Pussycat Doll Nicole Scherzinger bis zu dem puertoricanischen Reggaeton-Duo Wisin y Yandel.

The-Dream - Love King
Terius Youngdell Nash, besser bekannt als The-Dream, kehrt mit seinem dritten Werk Love King zurück. Diejenigen von Euch, bei denen das Hirn bei dieser Hitze noch nicht geschmolzen ist, werden bemerkt haben, dass ‘Love’ ein wiederkehrendes Thema in seinem Albumtitel ist (Love Hate von 2007, Love vs. Money von 2009, der aktuelle Albumtitel und im nächsten Jahr wir Love Affair folgen). Lobgesänge wie “hervorragende Produktion” und “reichhaltig bis ins kleinste Detail” schmücken diese Veröffentlichung, ebenso wie Vergleiche mit Prince, was für eine großartige Platte spricht. Aber was wissen denn Kritiker? Hör Dir das Album an und urteile selbst!

M.I.A.- MAYA
Die britisch-sri-lankische Sängerin M.I.A hat mit Abstand den besten, echten Namen, den wir bist jetzt hier auf dem Blog preisgegeben haben - Mathangi ‘Maya’ Arulpragasam (Tamil: மாதங்கி ‘மாயா’ அருள்பிரகாசம், nur für den Fall, dass Du Dich gewundert hast). Neben ihrer Arbeit als Musikerin, zählen außerdem Mode-Designerin, bildende Künstlerin und politische Aktivisten zu der Liste ihrer Fertigkeiten. Wir haben bereits einige Stücke vom Album Maya gehört (/\/\/\Y/\ ist die typografische Darstellung ihres echten Names - die beiden vorherigen Alben Arular und Kala sind die Namen ihrer Mutter und ihres Vaters) und auch das Video zu Born Free gesehen, bei dem der berühmte Romain Gavras Regie geführt hat. Es ist ein Kommentar zum Völkermord und höchstwahrscheinlich etwas, zu dem viele Menschen aus Sri Lanka eine Menge zu sagen hätten. Du kannst es Dir im Netz anschauen, wenn Du magst, aber sei gewarnt, die Kontroverse um die Veröffentlichung war es nicht ganz unberechtigt…

Tiefschwarz - Chocolate
Durch ihre Vorliebe für Deep House und ihren Familiennamen entstand 1996 der Name für ihr Produzenten- und DJ-Projekt Tiefschwarz, und seit dem sind die Brüder Alexander und Sebastian Schwarz global sehr erfolgreich. Neben Gigs in ihren eigenen Clubs drehen sie ständig in den großen Metropolen dieser Welt die Plattenteller - von New York über Sydney, Amsterdam, Leeds und Miami. Nun kommen sie nach 5 Jahren mit ihrer ersten Albumveröffentlichung Chocolate zurück und wir finden, das Werk ist gelungen. Eine großartige Mischung aus entspannten Deep House, Minimal Geplänkel und abstraktem Pop, die von uns das Gütesiegel ‘Sophisticated’ erhalten würde… Einfach reinhören!

Devo - Something for Everybody
Wie Du weißt, mögen wir die Mischung von Newcomern und anerkannten Künstlern auf unserem Blog - und Devo ist vielleicht auch die am längsten existierende Gruppe (‘Auszeiten’ mal nicht mitgezählt), die wir bis jetzt hier gefeatured haben. Gegründet 1976 haben sie eine wahnsinnig große Fangemeinde, die ihnen durch all ihre stilistischen Veränderungen in den Jahren gefolgt ist. Something for Everybody ist ein großer Segen für alle Devo Fans, da es die erste Veröffentlichung seit 20 Jahren ist! Falls Du die Band nicht kennst, musst Du Dir unbedingt die himmlischen Soundtrack-Werke von Frontman Mark Mothersbaugh anhören (z. B. The Life Aquatic oder The Royal Tenenbaums, um nur zwei neben vielen weiteren zu nennen). Bei einer Konferenz auf dem SXSW-Festival ließen sie verkünden, dass eine ‘Focus Study’ den Albumtitel mit 88% gewählt hat, allerdings sollte man das nicht so wörtlich nehmen, denn Satire und ihr Entschluss, sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen, sind ein ziemlich großer und konstanter Bestandteil der Arbeit von Devo. Vielleicht konntest Du bereits eines der ‘Communiques’ erhaschen, das von EX-NBC Vorstand Greg Scholl produziert worden ist (dieser genießt mittlerweile die Position des Chief Operation Officers der ‘DEVO, Inc.’).
Wenn Dich das jetzt noch nicht weitergebracht hat, dann verwzeifle nicht wie die Holländer, denn es gibt noch weit mehr zur Auswahl. Wenn Du ein wenig weiternach unten schaust, kannst Du noch ganz viel Musik finden… und da sollte doch auch was Passendes für Dich dabei sein oder? Und nicht vergessen, Du kannst alles in unserer New on AUPEO! AUPEO! Station! hören.
Errors - Come Down With Me
Autechre - Move of Ten
Rowland S. Howard - Pop Crimes
Justin Currie - The Great War
Wolf Parade - Expo 86
I Am Kloot - Sky At Night
Ben Klock - Berghain 04